Warum funktionieren Fortbildungsstrukturen im G8 nicht mehr?

(Gedanken von R.Roseeu im Juni 2009,
nur 3 Interessenten für 8 Fortbildungsangebote im Raum München)

Die Zeiten sind im G8 für uns Lehrer sehr hart. Doch für alle Probleme finden sich Lösungen, gelegentlich ist eine Community dafür die effizienteste Lösung.
Nutzen Sie die Möglichkeiten in der Geo-Community München!
Freude an der schulischen Arbeit hat hier oberste Priorität. Nach dem
Bottom-up-Prinzip wird gedacht und gehandelt, vielleicht lässt sich damit dem Top-down-Prinzip der Bürokraten Gleichwertiges auf der Seite der eigentlichen Akteure in der Schule entgegensetzen.

Mögliche Ursachen für das Fernbleiben der Lehrer bei ausgeschriebenen Lehrerfortbildungen (ohne Evaluation!)

  1. Die Angebote liegen nicht im Wunschfeld der Lehrer
  2. Die Angebote können wegen Überlastung nicht wahrgenommen werden
  3. Boykott gegen die ständige Mehrbelastung oder gegen die Top-down-Verpflichtungen
  4. Die Notwendigkeit zur Fortbildung wird nicht gesehen, weil der persönliche Mehrwert nicht erkannt wird
  5. Vorgesetzte reduzieren die Fortbildungsmöglichkeiten um den laufenden Schulbetrieb zu sichern
  6. Der elektronische Informationsweg, z.B. über FIBS, erreicht die Kollegen nicht mehr
  7. Die Fortbildungen enthalten keine Gruppenerlebnisse mehr

All dies ging mir durch den Kopf beim Gedanken, wie unsere Leistungsgesellschaft den Ast absägt, auf dem sie sitzt.

Derzeit sind wir Lehrer zeitlich, methodisch, inhaltlich, psychisch und physisch oft überfordert, die Burn-out-Rate bei Lehrern steigt rasch an. Viele Lehrerfamilien werden Schaden nehmen, was den Arbeitgeber aber wenig interessiert, eher schon die Versicherungswirtschaft. Von allen Seiten, d.h. von Gesellschaft, Ministerium, Eltern und Schülern werden laufend neue Forderungen an uns gestellt, die wir nicht erfüllen können. Wir müssen uns deshalb als "innovationsresistent" einstufen lassen, was für Außenstehende ganz offenkundig erscheint. Wenn Fortbildungen nicht mehr wahrgenommen werden können und es deshalb schon fast keine Fortbildungsangebote mehr gibt, dann stempelt uns dies zusätzlich als uninteressiert und faul. Die Alarmglocken läuten, doch Entscheidungsträger scheinen Oropax in den Ohren zu tragen. Die eigentlichen Ursachen wie "Lehrermangel", "Top-down-Strategie für schulische Innovationen" und die ständige Überwachung zwecks Evaluation und Leistungsbeurteilung sehen unsere Kritiker nur selten. Unseren verfassunggemäßen Bildungs- und Erziehungsauftrag können wir nicht mehr gerecht werden, unsere beruflichen Visionen müssen wir über Bord werfen, was viele von uns psychisch dauerhaft belastet. Ein Lehrer ohne Visionen ist in meinen Augen nicht vorstellbar. Was machen wir mit der uns anvertrauten nächsten Generation? Wo bleiben die Ideen der UN-Dekade "Bildung für Nachhaltige Entwicklung"? Gesellschaft und Eltern bauen zunehmend auf uns ohne uns zu unterstützen. Den Lehrer-Nachwuchs trifft es gleichermaßen. Auszubildende mit voller Unterrichtsverantwortung, das kann nicht gut gehen. Dies bringt auch für die Seminarlehrer große Probleme.
Das Angebot an schulischen Wettbewerben und die Auszeichnungen im Rahmen von Evaluationen sollen unsere Leistungsreserven weiter aktivieren, das mutet mir schon wie Doping an. Wann bricht das System zusammen?

Lesen Sie dazu auch den Artikel von Prof.Dr.Volker Ladenthin: "Über den richtigen Umgang des Staates mit seinen Lehrern" im Mitteilungsblatt des BPhV vom April 2009.

Ist eine Lehrer-Community eine Lösung für die anstehenden Probleme?

  • Treffpunkt für das persönliche Kennenlernen von Kollegen mit gleichen Interessen
  • Fortbildungen für Kleingruppen begleitend zum Schulalltag
  • Nutzung gemeinsamer Ressourcen (Förderer, Partner, Kontakte, Web-Plattformen)
  • Burn-out-Prävention durch Tipps für den Unterricht
  • Seminarkursunterstützung im Sinne eines Forschungslabors
  • Gemeinsame Nachwuchsförderung aus Lehrersicht
  • Ausbildung von Seminarkursassistenten
  • Zusammenarbeit mit Studienseminaren

Ist eine Web-Community hilfreich?

  • Online-Plattform für die Meinungsbildung (Blog, Website, Social-Software)
  • Online-Plattform für die Ermittlung der aktuellen Bedürfnisse (Seminarkurse, Materialien, ...)
  • Gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit im Web