Seminarkurse im G8 - Kurzreferat im Gasteig am 23.10.08

Die Seminarkurse in der reformierten Oberstufe des G8 sind die Innovation für das Gymnasium, sie sollen bisherige Defizite der Abiturienten beim Übergang an die Hochschulen oder in die Berufswelt beseitigen.

  • Eigenverantwortliches Lernen
  • Kompetenzgewinn zusätzlich zum Wissen
  • Teamfähigkeit
  • Berufsorientierung
  • Lehrer als Coach, Berater, Instruktor

Das W-Seminar soll das wissenschaftliche Arbeiten fördern.
(Facharbeiten - Problem der Themenwahl)

Das P-Seminar soll die Berufsorientierung und die Projektarbeit fördern.
(Problemlösungsansätze, Probleme bei der Themenfindung)

Die Probleme für die Kollegen:

  • Organisation
  • Wisseninput
  • Kompetenzgewinn
  • Themenpalette

Externe Beiträge:

  • Kernstücke (lokal!)
  • Ergänzungen zur Abrundung
  • Hilfen/Kontakte für die Kollegen (regional!)

SchulLabor "Geowerkstatt München"

  • Seminarkurs-Simulation im Vorfeld mit Senioren/Lehrern
  • Ausbildung von Seminarkurs-Assistenten in der 10.Jgst.
  • Geo-Community zur Selbsthilfe der Kollegen
  • Geo-Cluster-Schulen für Partnerschulprogramm
  • Asus-Projekt mit Microsoft zur Unterstützung der Projektarbeit

Die P- und W-Seminarkurse
Eine Lehrersicht für das Leitfach Geographie

Nur wenige Lehrer möchten zugeben, dass sie die ministeriellen Vorgaben zu den P- und W-Seminarkursen in die eigene Schulpraxis evtl. nicht richtig einordnen oder interpretieren können. Deshalb gibt es vermutlich von der Lehrerseite dazu derzeit keine Diskussion.

Bei älteren Kollegen wird der Seminarkurs zum Leitfach Geographie vermutlich gleichgesetzt mit der Strukturanalyse in der "alten" 11.Klasse. Handlungsorientierte analoge Anwendungen zur Arbeit mit Geodaten stehen im Mittelpunkt, PC und Internet haben dabei marginale Bedeutung. Der Lehrer gibt eine Sammlung von Teilthemen zur Bearbeitung vor, die über Arbeitsteilung innerhalb der "herkömmlichen Klasse" bearbeitet werden. Der Lehrer gestaltet also das Programm in traditioneller Weise über den Zeitraum von 2 Jahren sowohl im P- als auch im W-Seminarkurs. Er wird versuchen, stets die ganze "Klasse" im Auge zu haben, er sieht sich für den Ablauf in der Verantwortung. Er wird deshalb bei allen Veranstaltungen zugegen sein wollen, was ihm die Arbeit erschwert. Der Wissensinput steht im Vordergrund, ein nachhaltiger Lerneffekt im Sinne von Kompetenzen ist nicht gesichert.

Auch war das Konzept der Strukturanalyse nur als Einstieg in die Oberstufe der ehemaligen Kollegstufe gedacht, und nicht als Vorbereitung aufs Studium.

Bei wenigen jüngeren Kollegen wird der Seminarkurs echten Projektcharakter haben, bei dem auch PC, Internet & Co zentral genutzte Werkzeuge sind. Hier bilden Schülergruppen eigenständige Teams mit je einer Problemlösungsaufgabe und mit eigenen unabhängigen Ergebnissen. Die Kleingruppen werden vom Lehrer vorwiegend methodisch geführt, wenn sie ihre inhaltlichen Ergebnisse im Plenum des Seminarkurses präsentieren. Die Schüler gestalten damit das Programm (on demand) in eigener Verantwortung, der Lehrer berät sie vor allem methodisch und organisatorisch, er wird hier zum echten Coach. Beim Arbeiten in den Kleingruppen muss er nicht persönlich zugegen sein, das ist eine Entlastung.
Der Kompetenzerwerb rangiert vor dem Wissensinput. Echte Teamarbeit in allen Teilarbeitsbereichen, und nicht nur in den persönlichen Wunschbereichen,  und der Zwang zu eigenverantwortlichem Lernen garantieren einen nachhaltigen Lerneffekt, auch wenn dabei ein einheitliches Wissensniveau verloren geht. Das Studium wird hier durch den vielfältigen Kompetenzerwerb hervorragend vorbereitet.